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Kortison: Was Sie wissen sollten

Den Entzündungshemmer gibt es in vielen Formen. Er hilft gegen zahlreiche Beschwerden, doch manche Patienten fürchten seine Nebenwirkungen. Tipps für den Gebrauch
von Barbara Kandler-Schmitt, 12.07.2017

Kortikoide werden in den verschiedensten Darreichungsformen eingesetzt

W&B/Felix Brandl

Sie werden geschluckt, gespritzt, gesprüht, getropft, eingerieben oder inhaliert. Kaum eine Arzneimittelgruppe hilft bei so vielen unterschiedlichen Krankheiten wie die so­genannten Glukokortikoide. Ohne die Abkömmlinge des körpereigenen Hormons Kortisol, das in der Nebennierenrinde hergestellt wird, könnten Rheumatologen, Allergologen, Haut-, Lungen- oder Au­gen­ärzte ihre Patienten oft nicht zufriedenstellend behandeln. In der Laiensprache hat sich der Sammelbegriff Kortison eingebürgert.

"Glukokortikoide gehören zu den stärksten antientzündlichen Arzneien", sagt Professor Frank Buttgereit, Rheumatologe an der Charité Berlin. Sie wirken überall, wo sich gerade eine Entzündung abspielt – sei es in Gelenken, Atemwegen oder der Haut. Werden sie aber länger und in höheren Dosierungen angewandt, drohen unter anderem Diabetes, Osteoporose, Bluthochdruck und erhöhte Infektionsgefahr. Deshalb stehen viele Patienten – und teils auch Ärzte – den Mitteln skeptisch gegenüber.


Trend zur Wirkung vor Ort

In vielen Fällen geben Mediziner aber mittlerweile Entwarnung. "Moderne Glukokortikoide sind in der Regel wirksamer und besser verträglich als die älteren", betont etwa der Präsident des Verbands Deutscher Allergologen, Professor Ludger Klimek. Auch werden mittlerweile viele Patienten mit Kortikoidpräparaten behandelt, die fast ausschließlich örtlich wirken. "Da deren Wirkstoffe kaum ins Blut gelangen, haben sie viel weniger allgemeine Nebenwirkungen", erläutert Klimek.


Rheumatologen verabreichen Glukokortikoide dagegen oft als Tabletten oder Spritzen. Und jeder zweite Patient benötigt eine dauerhafte Therapie. Eine Arbeitsgruppe um Buttgereit hat untersucht, ob bei einer Langzeittherapie mit dem Glukokortikoid Prednison eine sichere Dosierung möglich ist.

"Bei bis zu fünf Milligramm am Tag überwiegt meist der Nutzen die Risiken", sagt der Experte. Im mittleren Dosis­bereich entscheide die individuelle ­Situation des Patienten, und ab einer bestimmten Schwelle dominiere der Schaden. "Aber wir versuchen grundsätzlich, Nebenwirkungen zu verhindern oder bei Bedarf zu behandeln."

Mit Bedacht dosieren

Das Motto bei der Suche nach der optimalen Dosis: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Rheumatologe Buttgereit: "Wir kämpfen um jedes Milligramm, das wir sparen können."




Bildnachweis: W&B/Felix Brandl

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